Schulessen: mangelhaft!
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„Schulessen: mangelhaft!“: „ZDFzoom“ über Qualitätsmängel zehn Jahre nach dem Aktionsplan für gesunde Schulverpflegung

Die Osterferien sind zu Ende, nun ist wieder das Mittagessen in der Schulkantine angesagt. Doch Wissenschaftler schlagen Alarm: Das Essen weist große Mängel auf, beim Geschmack, der Vollwertigkeit und der Hygiene. „Schulessen: mangelhaft!“ heißt es deshalb am Mittwoch, 15. April 2015, 23.15 Uhr, im ZDF.[Weiterlesen]

Foto: Dieter Schütz / pixelio.de
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WAZ: Inklusion verändert den Lehrerberuf

Siegen. Für Lehrkräfte ist Inklusion noch mit vielen Fragezeichen verbunden. Auch wenn die meisten Pädagogen hinter dem Konzept stehen, gibt es Kritik an der Umsetzung: Denn vom Gesetzgeber fühlen sich viele Schulen allein gelassen.

Krempelt Inklusion meinen Arbeitsplatz um? Besorgt stellen sich viele Lehrer diese Frage. Denn zum 1. August tritt das 9. Schulrechtsänderungsgesetz in Kraft. Die Neuerung verankert das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf, von Schülern mit und ohne Behinderung im Schulgesetz von NRW. Der Ausbau des gemeinsamen Lernens schreitet in großen Schritten voran.

Doch wo große Veränderungen anstehen, klappt nicht immer alles reibungslos. Maik Ehlen (53) vom Siegener Arbeitskreis Inklusion der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kennt die Ängste der Lehrkräfte in Siegen. Der Sonderpädagoge weiß, wo Inklusion noch nicht rund läuft, was sich verändern wird und was sich ändern muss.

Strukturelle Veränderungen

Auf der Seite der Förderschulen gingen die Schülerzahlen deutlich zurück, manche Schulen wie in Netphen oder Burbach müssten ganz geschlossen werden. „Viele Kollegen werden von ihrer Schule an Regelschulen abgeordnet, müssen sich an zwei Schulen und in zwei Kollegien zurechtfinden“, sagt Ehlen.

An der Regelschule, beschreibt der Gewerkschafter, seien Lehrer gewohnt, allein zu unterrichten. Sie müssten sich nun darauf einlassen, im Team mit Sonderpädagogen in die Klasse zu gehen.

Zudem sei das an weiterführenden Schulen verbreitete Fachunterrichtsystem für inklusive Klassen ungeeignet. „Ständig wechselnde Lehrer, das geht zum Beispiel bei verhaltensauffälligen Schülern nicht. Sie brauchen viel Aufmerksamkeit und feste Bezugspersonen, die ihnen Orientierung geben und zu denen sie Vertrauen aufbauen können“, erklärt Ehlen. „Eigentlich müsste sich die Struktur grundlegend ändern. Aber das braucht Zeit.“

Gestaltung des Unterrichts

Um förderbedürftigen Schülern gerecht zu werden, seien verstärkt individuelle Angebote nötig. „Lehrer müssen zusätzliche Unterrichtsmaterialien vorbereiten. Immer sind Absprachen zwischen dem Lehrer der Regelschule und dem Sonderpädagogen notwendig“, sagt Ehlen. Dies führe zu zusätzlichem Arbeitsaufwand, der bislang nicht genügend berücksichtigt und ausgeglichen werde.

Fehlende Ressourcen

Im Idealfall würde Inklusion durch so genanntes Team-Teaching umgesetzt: Regelschullehrer und Förderkraft müssten den Unterricht gemeinsam vorbereiten und halten. „Diese Vorbereitungszeit müsste dann aber auch im Stundenplan verankert werden, mit Extra-Stunden, die den Lehrern zum Austausch dienen“, fordert Ehlen. „Bisher hat die Landesregierung keine ausreichende Entlastung eingerichtet.

“Ein weiterer Kritikpunkt: Besuchen förderbedürftige Kinder eine Regelklasse, bedeutet dies nicht gleichzeitig, dass im Unterricht ständig eine Förderkraft anwesend ist. Die Stundenanzahl hängt vom Förderbedarf und von der Anzahl der Schüler ab. „In einer Klasse mit zwei Förderkindern ist vielleicht zweimal in der Woche ein Sonderpädagoge für zwei Stunden da. Regelschullehrer sind also größtenteils auf sich allein gestellt“, bemängelt Ehlen.

Fortbildungsmangel

Regelschullehrer müssten eigentlich durch Fortbildungen auf den Umgang mit förderbedürftigen Schülern vorbereitet werden. „Allerdings hat es im Kreis noch keine einzige dieser Fortbildungen gegeben“, schildert Ehlen das Problem. Der Grund: Es gebe nur zwei ausgebildete Moderatoren im Kreis, die ihr Wissen an die Lehrer von 60 Grund- und etwa 25 weiterführenden Schulen weitergeben sollen. „Dafür sind sie aber nur einen Tag in der Woche freigestellt. Das reicht vorne und hinten nicht.“ Zudem habe es krankheitsbedingte Ausfälle gegeben. Zwar würden momentan weitere Moderatoren geschult, die Ausbildung dauere aber zwei Jahre. Ehlen: „Das dauert alles viel zu lang, während der Prozess der Inklusion sehr schnell voran schreitet.“Jennifer Kalischewski / WAZ

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Quelle: WAZ - Inklusion verändert den Lehrerberuf
 Foto: Dieter Schütz  / pixelio.de